Erzählerin zwischen den Welten

„Rhapsody of Change“: Edlira Harapis musikalische und malerische Reise

Sie erzählt – mit Worten und mit Musik. Sie erzählt, wenn sie singt. Oder aber sie tut dies mit dem Pinsel, dann, wenn sie malt. Edlira Harapi hat viel zu erzählen, über sich und ihre Geschichte, über das, was sie bewegt. Vor neun Jahren aus Albanien nach Bocholt gekommen, ist sie seit einiger Zeit Mitglied der Bocholter Kunst- und Kulturgemeinschaft, und wir freuen uns sehr, sie in unseren Räumen nun öffentlich zu erleben: Am Samstag, 7. November, stellt sie im LernWerk-Anbau (Appendix) gemeinsam mit ihrem Mann Elton eigene Songs vor und malt. Zugleich ist das die Eröffnung einer Ausstellung mit ihren Bildern. Beginn ist bereits um 17 Uhr.

Schon sehr früh hat Edlira in ihrem Heimatland auf der Bühne gestanden, ist später als Jazz-Sängerin getingelt. Ihr musisches Schaffen bezeichnet sie als „ein Leben zwischen den Welten“ und eine „Reise zu mir selbst“. Daraus spricht eine ständige Suche: Wo bin ich als Weltbürgerin, als die sie sich bezeichnet, wo bin ich als Mensch? „Für mich sind es nicht die Grenzen eines Landes, die uns definieren“, sagt sie, „sondern unsere Erfahrungen, unsere Gefühle und die Menschen, denen wir begegnen“.

Blick zurück und nach vorn

Erinnerungen, Sehnsucht, Träume prägen ihre Malerei, grundsätzlich gegenständlich, teils mit fließenden Übergängen zur Abstraktion. Landschaften, Tiere und Pflanzen und vielfach weibliche Porträts erzählen ihre Geschichte. Das Malen gibt ihr die Chance zu gestalten, zu verändern, sich zu entwickeln. Sich selbst Mut zu machen. Auch wenn ihre Bilder „von Nostalgie und manchmal von Melancholie erzählen, steckt in ihnen immer Hoffnung“, sagt sie.

„Rhapsody of Change“ lautet der bezeichnende Titel ihres Albums mit 14 eigenen Songs aus Blues, Jazz und Soul, das damit korrespondiert und das sie gemeinsam mit ihrem Mann vorstellen wird. Es stehe für ihren tiefen Wunsch, „mich weiterzuentwickeln und immer wieder neue Seiten an mir selbst zu entdecken“.

Was uns alle bewegt

Edlira Harapi reflektiert sich, aber sie reiht sich auch ein. Schließlich seien wir doch alle ständig auf der Suche – „nach uns selbst, nach unserem Platz in der Welt“. Und nach dem Mut, uns zu verändern. „Ich glaube, dass jeder Mensch diesen inneren Drang kennt: wachsen zu wollen, Neues zu entdecken und sich selbst immer wieder neu zu finden.“ Insofern ist ihr Erzählen nicht nur Ansprache, sondern auch Einbeziehen. Und das bestärkt sie „zwischen den Welten“, zwischen dem Hinter-sich-Lassen und dem Blick auf Neues. Wenn man sie auf ihre Art erzählen hört und sieht, möchte man miterzählen.

Die KuKuG-Veranstaltung „Rhapsody of Change“ am Samstag, 7. November, 17 Uhr, im LernWerk-Anbau (Appendix), Herdingstraße 5, ist Auftakt einer Ausstellung mit Gemälden von Edlira Harapi, die bis zum 26. November donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen ist. Der Eintritt ist frei.

27. Oktober 2026