Die Aa als Freiheitsstrom

Ausstellungseröffnung mit KuKuG-Beteiligung am 8. Mai

Am neuen LernWerk an der Industriestraße wächst das Kubaai-Quartier, und zunehmend erkennbar wird dort ein qualitativer Sprung bei der Erschließung großflächigen Terrains zum Zweck des Erholens und Entspannens, des Sich-Zeit-Nehmens. Eine wesentliche Bedeutung hat dabei die Einbeziehung der Lage am Wasser. Die vier Objekte, die dort jetzt für das Projekt Freiheitsstrom – Vrijheidsstroom aufgestellt wurden, sind, so hat man den Eindruck, eine logische Ergänzung. Sie sind Bestandteil der deutsch-niederländischen Skulpturenausstellung, an der KuKuG-Mitglieder beteiligt sind und die am 8. Mai eröffnet wird.

Segel, Sonne und Wind

Aus der Innenstadt kommend, lohnt es sich gleich innezuhalten. Wenn man sich auf eines der Betonquader setzt, fällt einem das Segel auf, das Maria Neumann und Tiki Tangelder aus dem Material eines alten niederländischen Segelschiffes angefertigt haben. Der Wind bewegt es, und wenn die Sonne hindurchscheint, lassen sich darauf Textzeilen entdecken. Sie künden von Verlangen, Sehnsucht, Abenteuer, aber auch von Erinnerung. Wind und Wetter werden das Kunstwerk verändern, quasi weiter gestalten, sagen die beiden, die unter dem Namen Studio Broen auch in Zukunft zusammenarbeiten wollen.

Einige Meter weiter begegnet man dem Thema Freiheitsstrom ganz anders. Gerd Hagedorn, der die Skulptur gemeinsam mit Georg Paar geschaffen hat, bezieht den Titel In Varietate Concordia (Einheit in Vielfalt) auf die Gemeinschaft der Menschen in unserer Grenzregion. Eine Gemeinschaft, die in einer verbindenden Flusslandschaft nach dem Kriegsende in 80 Jahren gewachsen ist, an Stärke und Stabilität gewonnen hat, die von geistiger Verbundenheit zeugt. Das ist wertvoll, sollte man sich bewusst machen, denn immer wieder zeigt sich auch die Fragilität von Frieden und Freiheit.

Als ein weiteres KuKuG-Mitglied neben diesen beiden ist Michael Spogahn präsent – gemeinsam mit Fieke Jolink und dem farbig-fröhlichen Appell „Hinaus in die Freiheit“. Aus im Krieg zerstörten Gebäuden führt der deutsch-niederländische Freiheitsstrom hin zu neuen Häusern, die sich zu allen Seiten für Frieden und Freiheit öffnen, symbolisiert durch das „V“ für Vrede und Vrijheid.

Atmen und kraftvoll gestalten

Am Ende des Skulpturenweges an der Aa kann man richtig durchatmen. Dort setzen Heike Engel und Katja Weiser den Schlusspunkt der Ausstellung auf deutscher Seite mit ihrem Objekt „Breathe“. Auch hier entdeckt man eine tragende Säule, verbunden mit eigentlich eher flatterhaften Segeln, die aber durch stabile Masten gehalten werden. Mit der Luft und dem Atmen verbinden sich Freiheit und Kraft, grenzenlos und förderlich für kreatives Gestalten der Zukunft. Das Kunstwerk ist ein Beispiel für die Wiederverwendung gebrauchter Materialien und die auch für andere Objekte geleistete Unterstützung durch Bocholter Firmen bzw. Einrichtungen.

Unter den ebenfalls vier Skulpturen an der Oude Ijssel in Doetinchem ist mit Judith von Tora ein weiteres KuKuG-Mitglied beteiligt. „Druppel voor Druppel – der Fluss der Freiheit“ heißt ihr gemeinsam mit Marjon Hermeling und Dorothea Heweling Hollands präsentierter farbig-filegraner Beitrag. Eine Tropfenkette symbolisiert bunte gesellschaftliche Vielfalt und zugleich die Empfindlichkeit eines friedlichen Zustands.

Skulpturenausstellung Freiheitsstrom – Vrijheidsstroom, Vernissage 8. Mai, 18 Uhr, Bocholt, LernWerk, Industriestraße 1; Midissage 31. August, 14 Uhr, Bocholt, LernWerk, Industriestraße 1; Finissage 8. November, 16.30 Uhr, Doetinchem, Stadsmuseum, Burg. Van Nispenstraat 2.

Gerd Hagedorn (l.) und Georg Paar (Foto oben)

Katja Weiser beim Aufbau von „Breathe“ (Foto darunter)

Tiki Tangelder (l.) und Maria Neumann

Michael Spogahn (l.) erhielt bei der Installation Unterstützung durch seinen Bruder Georg.

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02. Mai 2025