Weihnachtssterne im Appendix

Ukrainische Kinder setzen malend und gestaltend Tradition fort

Der Weihnachtsstern als Symbol für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, als ein Wegweiser, der die Menschen auf den rechten Pfad führt. So beschreibt Victoria Radochyna (das mittlere Foto zeigt sie) den Stern von Bethlehem, der in ihrer ukrainischen Heimat Bestandteil einer Tradition ist. Unter den in Bocholt lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern wird gerade ein Verein gegründet, und jetzt, kurz vor Weihnachten, traf man sich zu einem Workshop unter Victorias Leitung, bei dem etwa 20 Kinder Sterne herstellten. Noch bevor wir in die Räume des LernWerk-Anbaus eingezogen sind, haben wir von KuKuG das Treffen dort mit vorbereitet und begleitet.

Der Workshop griff die seit dem Mittelalter bestehende ukrainische Tradition auf, wonach in den Familien, in der Schule und in Gemeinschaften Sterne für Umzüge zum Weihnachtssingen gebastelt werden. Ein Sternträger geht der Gruppe mit einem solchen Stern voran. „Der Stern steht für Freude, Licht und Hoffnung und gilt als Einladung zum gemeinsamen Feiern. Man glaubt, dass der Weihnachtsstern jedem Haus Segen, Frieden und Wohlstand bringt“, so Victoria Radochyna, die Meisterin der Samchykivka-Malerei und Mitglied des Nationalen Rates der Meister der dekorativen Kunst der Ukraine ist. Das Brauchtum knüpft ursprünglich an die Sternsinger-Tradition in Polen und Tschechien an. „Wir haben sie upgegraded“, sagt Victoria humorvoll – auch hinsichtlich der Verbindung alter Symbole mit modernen Formen und Materialien.

Die mit viel Gewissenhaftigkeit und Liebe von den Kindern gefertigten Sterne schmücken in diesem Jahr die Wohnungen. Beim nächsten Mal könnte es einen Umzug auch in Bocholt geben.

Neben Victoria begleiteten einige Eltern den Workshop, für dessen Organisation auch Ivan Pankin und Inna Vasylkiv mit Unterstützung von Makerspace sorgten. Yuliia Medelian, ebenfalls von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft RUCH, machte die Fotos.

21. Dezember 2025